MAK. Am vergangenen Freitag fand in Marktredwitz die großangelegte Katastrophenschutzübung KLEX statt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weiteren Besprechungen und Konzepte ein.
Ausgangsszenario war die Einlieferung eines Patienten im Klinikum Fichtelgebirge (KliFi) durch den Rettungsdienst, der mit einem giftigen Stoff in Berührung gekommen war. Während der Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei dem Stoff um "Schwefellost" (chemischer Kampfstoff) handelt. Das Klinikpersonal reagierte entsprechend, isolierte die Station und verständigte die Feuerwehr.
Gegen 13.40 Uhr rückten die ersten Einsatzkräfte am KliFi an und sondierten die Lage. Nachdem neben dem Patienten auch das Rettungsdienst- und Teile des Klinikpersonals als exponiert galten, wurde der Gefahrgutzug zur Dekontamination angefordert und ein Dekonplatz Stufe 2 bei der Notaufnahme aufgebaut.
In der Zwischenzeit hatte sich bei dem ehem. EDEKA-Logistikzentrum in Lorenzreuth eine weitere Einsatzstelle ergeben. Hier wurden von der Polizei weitere Personen festgestellt, die ebenfalls mit dem Kampfstoff in Berührung gekommen waren. Somit forderte der Einsatzleiter weitere Dekon-Einheiten an. Aufgrund des hohen Koordinierungsbedarfs wurde um 14.08 Uhr ein Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) nach Art. 15 BayKSG eingesetzt. Der Stab der Örtlichen Einsatzleitung richtete sich in der THW-Unterkunft ein und koordinierte die weiteren Einsatzmaßnahmen. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) nahm ebenfalls ihre Arbeit im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Wunsiedel auf.
Im weiteren Verlauf der Übung wurden insgesamt 18 exponierte Personen festgestellt und durch die Spezialeinheiten der Feuerwehr und des Roten Kreuzes dekontaminiert und untersucht.
Die Übung, an der rund 320 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, SEG, DLRG, Bergwacht, Polizei, Landratsamt und PSNV teilnahmen, endete um 18 Uhr. Die Einsatzkräfte wurden im Anschluss daran im ehem. EDEKA-Logistikzentrum mit Speisen und Getränken versorgt.
Wir bedanken uns bei allen Einsatzorganisationen aus den Landkreisen Wunsiedel, Tirschenreuth und Hof sowie aus dem benachbarten Tschechien für den gezeigten Einsatz und den reibungslosen Ablauf der Großübung.
