MAK. Gestern Nachmittag kam es innerhalb eines Logistikzentrums in Marktredwitz zu einem Ammoniak-Austritt. Ammoniak ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff; ist farblos, stechend riechend und giftig; in der Industrie wird es oft als Kühlmittel eingesetzt. Bei Routinearbeiten an der Anlage konnte ein Ventil nicht mehr geschlossen werden.
Die ILS Hochfranken alarmierte daraufhin die zuständigen Einsatzkräfte zunächst nach dem Stichwort "ABC 3". Der Einsatzleiter ließ das Stichwort auf "THL-Chemie" mit Alarmierung des Gefahrgutzuges des Landkreises Wunsiedel erhöhen.
Während sich die Einsatzleitung formierte und Informationen über den Stoff und die örtlichen Gegebenheiten von den Betriebsmitarbeitern einholte, rüstete sich ein Trupp mit Chemikalienschutzanzügen aus und die Dekon-Einheit baute einen Dekontaminationsplatz Stufe 2 auf. Dem vorgehenden Trupp gelang es, das Ventil zu schließen. Jedoch ergaben Messungen eine sehr hohe Stoffkonzentration im Raum und den angrenzenden Gängen.
Weitere Trupps mit Chemikalienschutzanzügen versuchten anschließend mit mehreren Lüftern die Räumlichkeiten vom Schadstoff zu befreien. Der Einsatz zog sich dadurch bis in die späten Abendstunden hinein. Erst nachdem die betroffenen Räumlichkeiten freigemessen waren, wurde die Einsatzstelle an die Betreiber übergeben.
Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt.
| Einsatzart | Technische Hilfeleistung |
|---|---|
| Alarmierung | ABC THL Chemie |
| Einsatzstart | 10. September 2026 15:00 |
| Alarmierte Einheiten | FF Lorenzreuth, FF Marktredwitz, FF Brand-Haingrün, FF Wölsauerhammer, FF Pfaffenreuth, FF Arzberg, FF Wunsiedel, FF Selb, UG-ÖEL mit Drohneneinheit FF Schönbrunn, KBR, KBI und KBM, Fachberater des THW-OV Marktredwitz, Ansprechpartner FüGK des Landratsamtes, Rettungsdienst und die Polizei |